Wenn ihr mit der Bahn zur Schule kommt, werdet ihr das wahrscheinlich kennen: Immer wieder kommen die Züge zuverlässig zu spät – und man selbst zu spät zur Schule und nach Hause. Doch woran liegt diese zuverlässige Unzuverlässigkeit?
Die deutsche Bahn selbst behauptet, dass sie eine Pünktlichkeitsquote von 62% bei ICE und IC-Zügen (Fernzüge) vorweisen kann, jedoch bei DB Regio (Nahverkehr) zu über 90% pünktlich ist (Stand 2024).
Der DB-Konzern meint, dass der Großteil der Verspätungen, nämlich ungefähr 80%, daran liegen, dass das Schienennetz der Deutschen Bahn veraltet ist und viel zu viele Züge auf viel zu wenigen Gleisen fahren. Doch was machen andere Länder in Sachen Schienenverkehr besser als Deutschland?
In Frankreich kommen rund 86% aller TGVs pünktlich an ihrem Zielbahnhof an, in Deutschland hingegen kommen nicht mal zwei Drittel aller Fernzüge pünktlich an. Das könnte daran liegen, dass TGVs in Frankreich anders als in Deutschlands separate Schienen befahren. Ein Sprecher der Deutschen Bahn meint, ein Großteil der Unpünktlichkeit liegt daran, dass die Strecken und die Schienen schon sehr lange nicht mehr erneuert wurden, sodass diese abgenutzt sind und leicht Störungen auftreten. Der Hauptgrund für die deutsche Unpünktlichkeit ist also meistens die schlechte Infrastruktur, die wegen mangelnden Geldes schon seit Jahren nicht erneuert wurde. Nur selten ist der Grund für eine Verspätung Witterung, Glatteis oder ähnliches, wenn, auch meistens im Herbst oder Winter.
Daher hat die Deutsche Bahn nun Großes vor: Bis 2030 soll laut der deutschen Bahn eine deutschlandweite Generalsanierung stattfinden, bei der 40 Hauptstreckenabschnitte mit insgesamt über 4.000 km Gesamtlänge saniert werden sollen. Dies betrifft Stuttgart tatsächlich in nur einer Hauptstreckensanierung, nämlich soll bis Ende 2029 die 90km- lange Strecke von Stuttgart bis Ulm zu einer Hochleistungsstrecke ausgebaut werden.
Der weltweit pünktlichste Zug ist der Shinkansen aus Japan, er fährt seit 50 Jahren unfallfrei und hat eine Pünktlichkeitsrate von über 99 Prozent. Zudem ist der Shinkansen auch im weltweiten Vergleich der sauberste aller Züge und das Personal des Zuges ist sehr höflich. Bereits eine Verspätung von nur einer Minute, was hier in Deutschland ein riesiger Erfolg wäre, ist in Japan eine Katastrophe. Im Jahr 2022 hat ein Zugführer aus Japan wegen einer Minute Verspätung 40 Cent von seinem Gehalt abgezogen bekommen. Daraufhin klagte er und bekam seine 40 Cent zurück.
Diese nahezu hundertprozentige Pünktlichkeit könnte daher kommen, dass in Japan die Schienen so gebaut sind, dass die Züge nicht auf andere Züge warten müssen. Außerdem sind die Ankunftszeiten so ausgelegt, dass geringe Verspätungen durch etwas höhere Geschwindigkeiten auf den Strecken ausgeglichen werden können. Es liegt nahe, dass solche Maßnahmen zu sehr seltenen minimalen Verspätungen führen.
Hoffentlich ist die Deutsche Bahn nach der Generalsanierung bis 2030 pünktlicher, denn dann müsste man nicht jedes Mal gestresst sein, wenn man mit der Regionalbahn oder der S-Bahn zur Schule fährt.
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